Kennen Sie das auch? Die Steuererklärung muss irgendwann mal erledigt werden. Das Auto lechzt nach den Sommerreifen. Der Sommerurlaub will geplant und gebucht werden… alles kreist um Sie. Und Sie werden's in Angriff nehmen. Ganz, ganz bestimmt. Und ganz, ganz leicht. VielLEICHT sogar. Nur wann? Heute? Och nööö… morgen ist ja auch noch ein Tag, mit ganz viel Zeit und Lust und überhaupt. Und schwuppdiwupp wird die Erledigung verschoben. Aufgeschoben. Oder: prokrastiniert!
Was sagt Wikipedia zu diesem Thema?
Aufschieben, auch Prokrastination (lat. procrastinatio „Vertagung“, aus pro „für“ und cras „morgen“), Erledigungsblockade, Aufschiebeverhalten oder Handlungsaufschub ist das Verhalten, notwendige, aber unangenehme Arbeiten immer wieder zu verschieben, statt sie zu erledigen. Drei Kriterien müssen erfüllt sein, damit ein Verhalten als Prokrastination eingestuft werden kann: Es muss kontraproduktiv, unnötig und verzögernd sein.
(Quelle: Wikipedia)
Doch woher kommt die Prokrastination? Wieso schieben (viele?) Menschen ihre Tätigkeiten auf? Hierfür gibt es einige Gründe:
- Prioritäten sind unklar bzw. gar nicht gesetzt
- es fehlt an Organisation
- und an Sorgfalt
- Angst
- Perfektionismus (gepaart mit zu hohen Ansprüchen von außen und an sich selbst)
Sofern man sich, als eingefleischter Prokrastinierer, zumindest etwas helfen lassen will, gibt's in Form eines neuen Buches Anregungen:
Dr. Piers Steel – seines Zeichens Verhaltensforscher und bekennender Aufschieber – beschreibt in seinem Buch "Der Zauderberg: Warum wir immer alles auf morgen verschieben und wie wir damit aufhören", was hinter Prokrastination steckt, wieso wir es uns so schwer machen und was wir dagegen tun können. Seine gute Nachricht: Heilung ist möglich – und das, ohne den armen inneren Schweinehund über Gebühr zu quälen und auf sämtliche Vergnügungen zu verzichten.
Hier ein paar seiner Tipps und Tricks, wie Sie Ihre Aufgaben ohne Zögern erledigen können… und nie wieder die Steuererklärung liegen lassen:
- Schreiben Sie eine Liste mit Dingen, die Sie immer wieder aufschieben – und hängen Sie diese in den Flur oder über Ihren Schreibtisch. Hauptsache, die Liste sticht oft ins Auge.
- Formulieren Sie Aufgaben so konkret wie möglich. "Mal wieder Sport machen" ist schlecht… besser z. B. "dreimal die Woche 30 Minuten joggen".
- Blockieren Sie Ablenkungen: Handy ausschalten, wenn Sie das Büro betreten, und am PC den Signalton für E-Mails abschalten.
- Räumen Sie Ihre Arbeitsfläche auf: Auf dem Schreibtisch nur das aktuelle Arbeitsmaterial lassen.
- Überlegen Sie sich motivierende Ziele für Ihre Aufgaben: Steuererklärung -> Sie bekommen vielleicht Geld zurück. Sport -> Sie werden schlank und begehrenswert.
- Zerlegen Sie unangenehme Aufgaben in kleine Teile, dann geht es leichter. Beispiel: Aufräumen in 15-Minuten-Schritten (Eieruhr stellen), dann immer eine kurze Pause.
- Legen Sie Zeiten für Aufgaben fest (z. B. dienstags 17 Uhr zum Sport, donnerstags 18 Uhr zu Weight Watchers) – Routine hilft beim Durchhalten.
- Verschönern Sie langweilige Aufgaben. Beispiel: Beim Abwaschen Ihre Lieblings-CD anhören oder mit einem Freund plaudern, der kurz vorbeischaut.
Und sollten Sie ein Aufschieber sein, brauchen Sie keine Angst zu haben: Die Forscher sind inzwischen sicher, dass dieses Verhalten genetisch bedingt ist – und seit Menschengedenken existiert. *puh*
Bildquelle: © AMAZON
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